Kita-Schließungen nehmen zu – AfD fordert frühzeitige Planung statt Reaktion auf den demografischen Wandel

Mecklenburgische Seenplatte. Die Antwort des Landkreises auf eine Anfrage der AfD-Kreistagsfraktion zur Entwicklung der Kindertagesbetreuung zeigt deutlich: Die Kita-Landschaft in der Mecklenburgischen Seenplatte steht vor einem tiefgreifenden strukturellen Wandel.

Aktuell verfügen im Landkreis 192 Kindertageseinrichtungen über eine gültige Betriebserlaubnis. Insgesamt stehen 18.608 genehmigte Betreuungsplätze zur Verfügung, von denen im Juni 2026 insgesamt 16.476 Plätze belegt waren. Die Gesamtauslastung liegt damit bei 88,54 Prozent. Besonders hoch ist die Auslastung bei Kindergarten- und Hortplätzen mit jeweils mehr als 93 Prozent.

Gleichzeitig zeigt sich bereits eine deutliche Veränderung bei den Kinderzahlen. In den vergangenen fünf Jahren wurden 11 Kindertageseinrichtungen ersatzlos geschlossen. Demgegenüber stehen 13 neu eröffnete Einrichtungen beziehungsweise Ersatzneubauten. Für das Jahr 2026 liegen dem Landkreis jedoch bereits fünf konkrete Schließungsmeldungen vor. Betroffen sind Einrichtungen in den Planungsräumen Demmin, Müritz und Mecklenburg-Strelitz.

Besonders alarmierend ist die demografische Prognose des Landkreises: Nach der aktuellen Hochrechnung könnte die Zahl der 0- bis unter 11-jährigen Kinder bis zum Jahr 2030 um rund 23 Prozent zurückgehen. Der Landkreis selbst weist darauf hin, dass sich die Trägerlandschaft aufgrund der rückläufigen Kinderzahlen weiter verändern wird.

Dazu erklärt die AfD-Kreistagsfraktion:

„Die Zahlen zeigen, dass wir es nicht mehr mit einer vorübergehenden Entwicklung zu tun haben. Die Kita-Struktur in unserem Landkreis wird sich verändern. Entscheidend ist jetzt, dass dieser Wandel nicht einfach über die Köpfe der Eltern, Kinder und Beschäftigten hinweg passiert.“

Die AfD-Kreistagsfraktion fordert deshalb eine frühzeitige und transparente Kita-Strategie für den gesamten Landkreis. Es müsse rechtzeitig geklärt werden, welche Standorte langfristig gesichert werden können, wo regionale Überkapazitäten entstehen und wie Beschäftigte bei Schließungen weiterbeschäftigt werden können.

Positiv bewertet die Fraktion, dass der Landkreis bereits auf regionale Gespräche und Netzwerke setzt. Allerdings dürfe es nicht bei Gesprächsrunden bleiben. Aus Sicht der AfD müssen konkrete Perspektiven für die betroffenen Gemeinden, Eltern und Beschäftigten entwickelt werden. Der Landkreis selbst erklärt in seiner Antwort, dass er hierbei vor allem als „Motor und Netzwerker“ tätig werden könne.

Auch die Entwicklung der tatsächlichen Belegung macht den Handlungsbedarf deutlich: Während die Zahl der betreuten Krippenkinder von 2.850 im Jahr 2021 auf 2.367 im Jahr 2025 zurückging, sank die Zahl der Kindergartenkinder von 7.342 auf 7.295. Im Hortbereich stieg die Zahl dagegen von 6.424 auf 6.940 Kinder.

„Wir brauchen deshalb keine pauschale Kita-Politik, sondern eine regionale Betrachtung“, so die AfD-Kreistagsfraktion. „Eine Kita in einem dünn besiedelten ländlichen Raum erfüllt eine andere Funktion als eine Einrichtung in einem größeren Zentrum. Für viele Familien ist der wohnortnahe Betreuungsplatz ein entscheidender Standortfaktor.“

Die AfD-Kreistagsfraktion wird die weitere Entwicklung deshalb aufmerksam begleiten und sich dafür einsetzen, dass Kita-Standorte, Betreuungsqualität, die Interessen der Eltern und die Beschäftigungsperspektiven der Fachkräfte gemeinsam betrachtet werden.

„Demografischer Wandel darf nicht bedeuten, dass am Ende nur geschlossen und eingespart wird. Wir müssen jetzt planen, damit auch in Zukunft eine verlässliche und wohnortnahe Kinderbetreuung in der Mecklenburgischen Seenplatte gewährleistet bleibt.“

AfD-Kreistagsfraktion Mecklenburgische Seenplatte

Karlo Schmettau
Fraktionsgeschäftsführer