Pressemitteilung der AfD-Kreistagsfraktion Mecklenburgische Seenplatte

Rettungsdienst in der Seenplatte: Wenn jede Minute zählt, darf der Wohnort nicht über die Hilfe entscheiden

Mecklenburgische Seenplatte. Mehr als 80.000 Notrufe gehen jährlich bei der Integrierten Leitstelle des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte ein. Daraus entstehen über 50.000 Einsätze für Rettungsdienst und Feuerwehren. Die Leitstelle ist dabei für rund 263.000 Einwohner auf einer Fläche von 5.500 Quadratkilometern und für 147 Gemeinden zuständig.

Diese Zahlen machen deutlich, welche enorme Verantwortung der Rettungsdienst in unserem Flächenlandkreis trägt. Gleichzeitig gibt es Anlass, genauer hinzuschauen.

Wie der NDR im März 2026 berichtete, bestehen im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte hilfsfristbezogene Defizite. Genannt wurden dabei insbesondere die Stadt Dargun sowie die Ämter Malchow, Röbel-Müritz, Treptower Tollensewinkel und Woldegk.

Für die AfD-Kreistagsfraktion ist klar: Bei einem medizinischen Notfall darf es nicht davon abhängen, ob ein Bürger in Neubrandenburg oder in einer kleinen Gemeinde auf dem Land lebt.

Gerade in einem Landkreis mit einer Fläche von rund 5.500 Quadratkilometern ist die Sicherstellung einer leistungsfähigen Notfallversorgung eine besondere Herausforderung. Die Entfernung zwischen Wohnorten, Rettungswachen und Krankenhäusern sowie die Verfügbarkeit von Rettungsmitteln können entscheidend sein.

Dabei hat der Landkreis in den vergangenen Jahren durchaus in die Infrastruktur investiert. Unter anderem wurden 2025 insgesamt acht neue Fahrzeuge für den Rettungsdienst übergeben. Bereits im April 2025 wurden vier neue Notarzteinsatzfahrzeuge in Dienst gestellt.

Doch neue Fahrzeuge allein beantworten nicht die entscheidende Frage: Wie schnell kommt im Ernstfall tatsächlich Hilfe beim Patienten an?

Die AfD-Kreistagsfraktion will deshalb genauer wissen, wie sich die Situation im Landkreis aktuell darstellt.

Wie häufig werden die gesetzlichen beziehungsweise vorgesehenen Hilfsfristen tatsächlich eingehalten? Wo bestehen weiterhin regionale Defizite? Wie häufig müssen Rettungsmittel aus anderen Rettungswachen nachalarmiert werden? Und reichen die vorhandenen Rettungswachen und Fahrzeuge angesichts der Größe des Landkreises und der steigenden Anforderungen aus?

Auch die personelle Situation muss dabei betrachtet werden. Denn ein Rettungswagen kann nur dann helfen, wenn er auch mit entsprechend qualifiziertem Personal besetzt ist.

„Wir wollen den Rettungsdienst nicht schlechtreden – im Gegenteil. Wir wollen wissen, wo es Probleme gibt, bevor aus Problemen im Ernstfall lebensbedrohliche Situationen werden“, erklärt die AfD-Kreistagsfraktion.

Gerade die ländlichen Regionen der Mecklenburgischen Seenplatte dürfen bei der medizinischen Notfallversorgung nicht zum blinden Fleck werden.

Die AfD-Kreistagsfraktion wird deshalb eine umfassende Anfrage an den Landkreis vorbereiten und dabei insbesondere die Hilfsfristen, regionale Versorgungslücken, Auslastung der Rettungswachen, Personalbesetzung, Vorhaltezeiten und Entwicklung der Einsatzzahlen untersuchen.

„Wer 112 wählt, braucht keine politische Diskussion, sondern schnelle und professionelle Hilfe. Wir wollen deshalb belastbare Zahlen auf dem Tisch haben und gegebenenfalls konkrete Verbesserungen für die Rettungsversorgung in unserem Landkreis einfordern.“

AfD-Kreistagsfraktion Mecklenburgische Seenplatte

Karlo Schmettau
Fraktionsgeschäftsführer